Schulleitungsmonitor
Um was geht es?
Schulleitende spielen die Schlüsselrolle für die Organisation und Entwicklung ihrer Schulen. Gleichzeitig gibt es kaum gesicherte Erkenntnisse aus der Schweiz zu dieser zentralen Position: Was sind ihre Perspektiven auf aktuelle schulische Herausforderungen und Themen der Schulentwicklung? Warum ergreifen Schulleitungen diese Tätigkeit? Was (de)motiviert sie in ihrem Beruf? Welche Rollen spielen individuelle und strukturelle Bedingungsfaktoren für unser Engagement? Wie gelingt Schulleitenden der Spagat zwischen Stabilität und Veränderung? Wie gestaltet sich die Zusammenarbeit im Kollegium? Erleben sich Schulleitende als pädagogisch wirksam?
Was ist das Ziel?
Erkenntnisse aus der Studie können unter anderem dazu dienen, besser zu verstehen, welche Personen sich für das Amt der Schulleitung interessieren (könnten) und welche Hintergründe diese mitbringen. Die Sensibilität für dieses besondere Amt kann in Forschung, Öffentlichkeit und Bildungspolitik gestärkt werden. Der Schulleitungsmonitor Schweiz ermöglicht fundierte, praxisrelevante Befunde zu Stand, Perspektiven und Unterstützungsbedarf der Profession Schulleitung.
Das Studiendesign
Der Schulleitungsmonitor Schweiz SLMS ist so angelegt, dass er alle drei Jahre durchgeführt wird und dadurch Längsschnitt-Erkenntnisse gewonnen werden können. Die Ergebnisse werden textlich und visuell einprägsam aufbereitet und kostenlos für die kantonalen Verbände der Schulleitenden und Mitglieder von Visenti (ehem. VSLCH) und der CLACESO zugänglich gemacht, so dass sie für Praxis, Politik und Weiterbildung rasch nutzbar sind.
Treue Schulleitende
Von Oktober bis November 2024 wurden im Rahmen des Schulleitungsmonitors Schweiz SLMS grossflächig über 5'200 Schulleitende in der gesamten Schweiz kontaktiert, wovon 2'539 den Online-Fragebogen ausgefüllt haben.
Weiterhin zu hohe Führungsspanne
Im Vergleich zur Erhebung vor drei Jahren zeigen sich keine grossen Veränderungen: Nach wie vor haben die meisten Schulleitenden trotz der hohen (zeitlichen) Belastung viel Freude an ihrem Beruf. Weiterhin ist die Führungsspanne von bis zu 75 Personen bei 100 % viel zu hoch. Dort müssen wir gemeinsam mit den Kantonalverbänden den Hebel ansetzen.
Überraschend ist, dass die meisten Schulleitenden sowohl ihrem Beruf als auch ihrer Schule treu bleiben: ein zentraler Faktor für die Stabilität und Kontinuität von Schweizer Schulen. Der Verband der Schulleitenden VSLCH sieht die Gründe für diese Treue dort, wo im äusserst abwechslungsreichen Aufgabengebiet gute Rahmenbedingungen herrschen: Dazu zählen klare Kompetenzen seitens der Behörden, die Unterstützung durch vorgesetzte Stellen und das Lehrpersonenteam sowie Handlungsspielräume und ausreichend Ressourcen.
Weiterhin zu hohe Führungsspanne
Im Vergleich zur Erhebung vor drei Jahren zeigen sich keine grossen Veränderungen: Nach wie vor haben die meisten Schulleitenden trotz der hohen (zeitlichen) Belastung viel Freude an ihrem Beruf. Weiterhin ist die Führungsspanne von bis zu 75 Personen bei 100 % viel zu hoch. Dort müssen wir gemeinsam mit den Kantonalverbänden den Hebel ansetzen.
Überraschend ist, dass die meisten Schulleitenden sowohl ihrem Beruf als auch ihrer Schule treu bleiben: ein zentraler Faktor für die Stabilität und Kontinuität von Schweizer Schulen. Der Verband der Schulleitenden VSLCH sieht die Gründe für diese Treue dort, wo im äusserst abwechslungsreichen Aufgabengebiet gute Rahmenbedingungen herrschen: Dazu zählen klare Kompetenzen seitens der Behörden, die Unterstützung durch vorgesetzte Stellen und das Lehrpersonenteam sowie Handlungsspielräume und ausreichend Ressourcen.
Spannende Ergebnisse unter anderem zur Selektion beim SLMS 2023
Bei der dritten Befragung im Rahmen des Schulleitungsmonitors SLMS im Herbst 2023 ging es um die Themen «Selektion» und «Erfahrungsaustausch». Es ist äusserst wichtig, zu erfahren, wie Schulleitungen und unser Verband zur Selektion Ende der 6. Primarschulklasse stehen und was in Bezug auf Erfahrungsaustausch beschäftigt, wie es Schulleitungen geht und was sie bewegt. So kann sich der VSLCH gemeinsam mit seinen Partnerorganisationen wirkungsvoll für den Beruf einsetzen.VSLCH-Befragungspartnerin PH FHNW hat anlässlich der Delegiertenversammlung vom 24. Januar 2024 in Solothurn die wichtigsten Ergebnisse mit einem Kurzbericht präsentiert. Erfreulicherweise haben 1'162 Schulleitende an der Befragung teilgenommen, vielen Dank!
Die wichtigsten Ergebnisse
Das Thema Selektion ist beim VSLCH eines der Kernthemen. Warum?
Auslöser war die Studie von Oliver Wyman im Auftrag von Alliance Chance +, aus der hervorgeht, dass unser Selektionssystem während der 5./6. Klasse die Bildungsgerechtigkeit nachhaltig beeinträchtigt und verhindert, dass ein verstörend grosser Teil von Kindern und Jugendlichen während der 11-jährigen Schulzeit ihr Potenzial nicht entfalten können und durchs Netz weiterführender Schulen/und oder einer Lehre fallen. 14'000 Jugendliche haben eine Zukunft ohne Perspektive und fehlen so als Fachkräfte in der Wirtschaft. Schon nur die Tatsache, dass Kinder ausgerechnet während der ohnehin stressbehafteten Zeit der Pubertät der Belastung durch Übertrittsverfahren zusätzlichem Druck ausgesetzt sind, stimmt nachdenklich. Nicht nur das: Auch Lehrpersonen und Eltern empfinden den Zeitpunkt als sehr stressig.So hat sich der VSLCH entschieden, die Verschiebung der Übertrittsverfahren auf das Ende der Volksschulzeit nach innen und aussen als Thema zu lancieren. Der Verband will das Bewusstsein aller fördern, die Diskussion anregen und schweizweit gemeinsam an Lösungen arbeiten: Zusammen mit allen Bildungsverantwortlichen (Schulleitenden, Lehrpersonen, Erziehungsdirektionen, Partnerverbände), Politikern, Entscheidungsträgern meinungsbildender Organisatonen und der Wirtschaft.
Die wichtigsten Ergebnisse
- 80 % stimmen eher oder voll zu, dass die Schule die Aufgabe hat, SuS in Abhängigkeit ihrer Leistung unterschiedlichen Bildungswegen/Schulform zuzuweisen. Zugleich «scheint ein bedeutsamer Anteil» (83 %) der Ansicht zu sein, dass es Alternativen geben sollte.
- Eine Mehrheit stimmt der Abschaffung der Selektion Ende der sechsten Klasse zu.
- Deutlich ist mit 80 % die Zustimmung, dass unterschiedlich leistungsstarke Kinder auf der Primarstufe in gleicher Klasse integriert sein sollen, 60 % in der Sek I.
- Unabhängig vom Zeitpunkt der Selektion herrscht durchaus Zufriedenheit mit den aktuellen Selektionspraktiken und der Eindruck, dass diese fair sind.
- Eine deutliche Zustimmung (68 %) gibt es bei der Abschaffung von Noten auf Primarstufe. 50/50 Abschaffung Noten auf Sek I.
- 300 Personen schrieben eine offene Rückmeldung zum Thema Selektion. Viele äusserten Argumente für eine einheitliche Schule auf Sek innerhalb deren differenziert wird (also z.B. verschiedene Niveaustufen innerhalb einer Schule). Aber es gab auch Stimmen für eine Beibehaltung der Selektion, oft verbunden mit dem Argument, dass in der Gesellschaft ebenfalls häufig selektioniert wird.
- Erstaunlich zum Thema Erfahrungsaustausch ist, dass es bei 83 % selten vorkommt, dass andere Schulen zwecks Erfahrungsautausch besucht werden.
Das Thema Selektion ist beim VSLCH eines der Kernthemen. Warum?
Auslöser war die Studie von Oliver Wyman im Auftrag von Alliance Chance +, aus der hervorgeht, dass unser Selektionssystem während der 5./6. Klasse die Bildungsgerechtigkeit nachhaltig beeinträchtigt und verhindert, dass ein verstörend grosser Teil von Kindern und Jugendlichen während der 11-jährigen Schulzeit ihr Potenzial nicht entfalten können und durchs Netz weiterführender Schulen/und oder einer Lehre fallen. 14'000 Jugendliche haben eine Zukunft ohne Perspektive und fehlen so als Fachkräfte in der Wirtschaft. Schon nur die Tatsache, dass Kinder ausgerechnet während der ohnehin stressbehafteten Zeit der Pubertät der Belastung durch Übertrittsverfahren zusätzlichem Druck ausgesetzt sind, stimmt nachdenklich. Nicht nur das: Auch Lehrpersonen und Eltern empfinden den Zeitpunkt als sehr stressig.So hat sich der VSLCH entschieden, die Verschiebung der Übertrittsverfahren auf das Ende der Volksschulzeit nach innen und aussen als Thema zu lancieren. Der Verband will das Bewusstsein aller fördern, die Diskussion anregen und schweizweit gemeinsam an Lösungen arbeiten: Zusammen mit allen Bildungsverantwortlichen (Schulleitenden, Lehrpersonen, Erziehungsdirektionen, Partnerverbände), Politikern, Entscheidungsträgern meinungsbildender Organisatonen und der Wirtschaft.
Schulleitungsmonitor SLMS zeigt: Vor lauter Engagement fehlt die Zeit für sich selbst.
Die Befragung des Schulleitungsmonitors Schweiz 2021 zeigte eine weiterhin hohe Berufszufriedenheit mit leidenschaftlichem Engagement trotz steigend hoher Arbeitszeit. Auch wird deutlich, dass die beruflichen Anforderungen es vielen Schulleitungen schwer machen, sich regelmässig weiterzubilden.
Schulleitungen spielen eine grosse Rolle in der Organisation und Entwicklung von Schulen. Mit der Teilnahme am Schulleitungsmonitor ist es möglich, wichtige Erkenntnisse zur zentralen Position der Schulleitenden zu gewinnen. Die schweizweit übergreifende Befragung mit den beiden Schulleitungsverbänden VSLCH und CLACESO sowie den Pädagogischen Hochschulen FHNW und HEP Vaud findet alle drei Jahre statt. In den Jahren dazwischen erfolgen Zwischenbefragungen in der Deutschschweiz.Im letzten Herbst wurde die erste Zwischenbefragung durchgeführt. Rund 1'000 Schulleitende haben daran teilgenommen – herzlichen Dank! Die in Bezug auf Geschlecht und Schultypen repräsentative Studie ermöglicht ein fundiertes Bild rund um die Aufgaben und die Situation dieser Führungskräfte. Auffallend ist, dass sie, wie bereits in der Befragung von 2021, viel Freude an dem sehr vielfältigen Beruf haben und sie mehrheitlich zufrieden sind. Administrative und verwaltende Tätigkeiten kosten die Schulleitenden allerdings viel Zeit.
Ebenso nimmt die wichtige Führung von bis zu 75 Lehrpersonen auf 100 Stellenprozente sehr viel Raum ein. Die durchschnittliche Arbeitszeit pro Woche in einem Vollzeitpensum ist seit der Befragung 2021 von 51 auf 55 Stunden gestiegen. Deshalb reicht die Zeit weder für die Erfüllung aller täglich anfallenden Aufgaben noch für pädagogische Schulentwicklung oder die ebenso wichtige eigene Weiterbildung und vor allem für gesundheitsrelevante Erholung ausserhalb des Berufs. Auf Dauer können derartige Belastungssituationen sich auf die Motivation und die Gesundheit, aber auch die Attraktivität des Berufs auswirken. Zudem machen sie es den Schulleitungen schwierig, ihre Kompetenzen zu pflegen, zu entwickeln und zu erweitern.
Ziel ist es deshalb, gemeinsam mit den kantonalen Bildungsbehörden herauszufinden, wie die Rahmenbedingungen verbessert werden können. Dies, um die Attraktivität des Berufs und die Qualität der professionell geleiteten Volksschulen auch künftig hochzuhalten.
Ebenso nimmt die wichtige Führung von bis zu 75 Lehrpersonen auf 100 Stellenprozente sehr viel Raum ein. Die durchschnittliche Arbeitszeit pro Woche in einem Vollzeitpensum ist seit der Befragung 2021 von 51 auf 55 Stunden gestiegen. Deshalb reicht die Zeit weder für die Erfüllung aller täglich anfallenden Aufgaben noch für pädagogische Schulentwicklung oder die ebenso wichtige eigene Weiterbildung und vor allem für gesundheitsrelevante Erholung ausserhalb des Berufs. Auf Dauer können derartige Belastungssituationen sich auf die Motivation und die Gesundheit, aber auch die Attraktivität des Berufs auswirken. Zudem machen sie es den Schulleitungen schwierig, ihre Kompetenzen zu pflegen, zu entwickeln und zu erweitern.
Ziel ist es deshalb, gemeinsam mit den kantonalen Bildungsbehörden herauszufinden, wie die Rahmenbedingungen verbessert werden können. Dies, um die Attraktivität des Berufs und die Qualität der professionell geleiteten Volksschulen auch künftig hochzuhalten.
Première Schultalk21 – Leadership Roundtable zu Selbstmanagement und Resilienz
Der Schulleitungsmonitor Schweiz SLMS bestätigt eindrücklich: Überstunden sind für viele Schulleitende Teil des Berufs. Verzichtet wird hingegen auf Freizeit und Schlaf, um alles unter einen Hut zu bringen. Obendrein berichten einige, in einem Tempo gearbeitet zu haben, das sie langfristig nicht durchhalten können und von dem sie wissen, dass es ihnen nicht gut tut. Das riesige Commitment zu den Aufgaben und der eigenen Schule machen den riskanten Cocktail perfekt. Ein Gemisch, das von Arbeitsmedizinern und -psychologen als brandgefährlich eingestuft wird.Was ist zu tun? Wie gelangen die Schulleitenden zur notwendigen Selbstfürsorge und sind fortan für ihre Mitarbeitenden echte Vorbilder? Welche Unternehmenskulturen fördern Resilienz? Und was können sie von der Privatwirtschaft lernen? Diesen und weiteren spannenden Fragen geht der VSLCH mit interessanten Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft und Schulführung in seinem neuen Format nach.
Grösste Schulleitungsbefragung mit spannenden Ergebnissen
Schulleitungen spielen eine grosse Rolle in der Organisation und Entwicklung von Schulen. Gleichzeitig gab es bisher kaum gesicherte Erkenntnisse aus der Schweiz zu dieser zentralen Position. Aus diesem Grund wurde der Schulleitungsmonitor Schweiz SLMS/EDES ins Leben gerufen: eine Kooperationsstudie der Schulleitungsverbände der Deutschschweiz und der lateinischen Schweiz (VSLCH, CLACESO) sowie der Pädagogischen Hochschule FHNW. Der SLMS/EDES wird unterstützt von der Haute Ecole Pédagogique Vaud (HEP), den kantonalen Bildungsdepartementen sowie der Stiftung Mercator Schweiz und der Jacobs Foundation.
Die Studie wurde im Herbst 2021 durchgeführt. Über 2'000 Schulleitende – vorwiegend Mitglieder des VSLCH – haben mitgemacht.
Die Studie wurde im Herbst 2021 durchgeführt. Über 2'000 Schulleitende – vorwiegend Mitglieder des VSLCH – haben mitgemacht.