Auf dem richtigen Weg
Laut der der NZZ am Sonntag vom 1.4.26 stützen John Hatties Befunde klar die Bestrebungen zur Verschiebung der Selektion ans Ende der Schulzeit.
Am 1. April 2026 (kein Aprilscherz!) erschien in der der «NZZ am Sonntag» ein ausführlicher Textdes Journalisten René Donzé, ebenfalls aus Anlass des Schweizer Besuchs des berühmten Bildungsforschers John Hattie. Die liberalkonservative Zeitung nahm erfreulicherweise den wertvollsten Faden auf: wissenschaftliche Fakten statt Meinungen.
Hier eine Zusammenfassung für alle Nicht-NZZ-Abonnent:innen: Das Interview mit John Hattie zeigt eindrücklich, dass wirksame Bildungssysteme weniger auf Selektion als auf lernfördernde Umgebungen setzen sollten. Hattie kritisiert insbesondere die frühe Aufteilung von Kindern in Leistungsniveaus nach der Primarschule. Es sei wissenschaftlich nicht haltbar, bereits mit zwölf Jahren verlässlich über Bildungswege zu entscheiden, da sich Potenziale oft erst später entfalten. Frühzeitige Selektion führe dazu, dass vielen Jugendlichen Chancen auf eine breitere Bildung verwehrt würden.
Stattdessen plädiert Hattie für durchmischte Klassen, in denen Schülerinnen und Schüler voneinander profitieren – empirisch würden selbst leistungsstarke Kinder in heterogenen Gruppen besser lernen. Auch die Separation «schwieriger» Schülerinnen und Schüler lehnt er ab, da sie langfristig gesellschaftliche Kosten erhöhe. Integration fördere zentrale soziale Kompetenzen. Ergänzend warnt er vor Etikettierungen wie «lernschwach» oder «ADHS», da diese Erwartungen senken und Lernfortschritte hemmen.
Insgesamt stützen Hatties Befunde klar Bestrebungen, die auf eine Verschiebung der Selektion ans Ende der Schulzeit abzielt. Ein Bildungssystem, das auf hohe Erwartungen, Inklusion und individuelles Lernen statt auf frühe Trennung setzt, entspricht nachweislich besser den Prinzipien erfolgreichen Lernens und stellt einen zukunftsfähigen Weg für die Schweiz dar.