Hightech trifft Schule oder Google lässt grüssen

"Wenn man den physischen Raum, den sozialen Raum und den Informationsraum so gestalten kann, dass sie das kollaborative Lernen fördern, dann wird das gesamte Umfeld zu einer Lerntechnologie." John Seely Brown

Hightech trifft Schule oder Google lässt grüssen

Obersee Bilingual School AG

Beschrieb

Kernmotivation: Integration von physischem, sozialem und digitalem Raum für kollaboratives Lernen (nach John Seely Brown)

Hauptkonzepte:
  • Flexible Lernstudios statt traditioneller Klassenzimmer
  • Farbpsychologie: Orange (Energie/Freude) in der Vorschule, Grün (Natur/Wachstum) auf der Primarstufe, Türkis auf der Sekundarstufe (Wissenschaftliches Denken und Klarheit) und Dunkelblau für die Oberstufe (Vorbereitung auf das Leben nach der Schule im Beruf)
  • Räume rekonfigurierbar je nach Lernaktivität, das ganze Mobiliar ist mobil und auf Rädern
  • Nahtlose Technologie-Integration
  • Hohes Mass an Ergonomie und Well-being (Waschbecken, Toiletten kindgerecht, Trinkbrunnen, etc.)
  • Lernunterstützdendes Umfeld, Lärmschutz mit Akustikelementen, Tageslicht in allen Bereichen eines Klassenzimmers/Lernraums, Beleuchtung, die Tageslicht im Herbst/Winter imitiert
  • Offene, freie Lernbereiche für abwechslungsreiches Lernumfeld

Zeitraum

Die Planungen begannen im April 2014, Baugesuch erfolgte 2016, Einsprachen verzögerten um 5 Jahre den Bau, Baubeginn Februar 2020, Einzug August 2021 trotz Corona Massnahmen

Pädagogische Vision

Die Erfahrungen des Besitzers im Technologiesektor auf das Bildungswesen zu übertragen und die Schülerinnen und Schüler auf ein Leben mit Technologie, schnellen und disruptiven Veränderungen, schneller Adaption vorzubereiten. Vorbilder für die Campusgestaltung waren deshalb die Campi von Google und Facebook.

Beteiligte

  • Schulleitung
  • Lehrpersonen
  • Lernende
  • Hauswartung
  • Behörde
  • Architekt:innen

Einbezug Politik und Bevölkerung

Wir haben Informationsabende veranstaltet, mehrere Studien in Auftrag gegeben, alles vergebens. Am Ende hätten wir uns diese ganzen Kosten sparen können und in die Ausstattung des Gebäudes für die Lernenenden investieren können. Einige lokale Grössen haben sich gegen die Schule gestellt und ihren Einfluss bis in die letzte Instanz ausgenutzt. Die Politik hat uns mehr als genug Steine in den Weg gelegt und kein bisschen unterstützt.

Umfassende Einbindung und Zero Verständnis wie sich das Lernen verändert hat und wir mit der Raumgestaltung dem Rechnung tragen. Es wurden stur veraltete Schulbaunormen eingefordert.

Highlight

Jeder Lernraum ist anders, die Lehrpersonen gestalten ihre Klassenzimmer mit den Schülerinnen und Schülern, wie geplant. Jede Woche sehen die Klassenzimmer anders aus. Die Rutschbahnen von den Stockwerken in den Innenhof bereichern unsere Pausen und sorgen für Bewegung in den Pausen. Auch die persönlichen Lerncontainer ab der 5. Klasse werden von den Schülerinnen und Schülern sehr geschätzt. Ebenso die freien Flächen vor den Klassenräumen, die zur Zusammenarbeit an Lernprojekten einladen oder auch einmal zu einem Tischfussball-Match. Whiteboards an allen Wänden, um zu jederzeit mit Mitschülern an Aufgaben arbeiten zu können oder Lernergebnisse zu präsentieren. Spezielle Räume für E-Sports, Space Agency und Mediengestaltung bzw. Filmproduktion.

Herausforderungen

Der Widerstand gegen den Schulneubau in der Bevölkerung, insbesondere durch die direkten Nachbarn, die alle miteinander verwandt und verschwägert sind. Das Schweizer Bünzlitum in Reinkultur. Dies hat uns sehr viel Zeit gekostet und damit auch das Budget für den Campusausbau jedes Jahr reduziert.

Wie der Raum heute genutzt wird.

Die Garagentore, welche die Zimmer zu den offenen Bereichen öffnen, werden von den Lehrpersonen zu wenig genutzt, als dass sich diese Investition rechnet.

Tipps

  • Niemals ein neues Schulgebäude im Kanton Schwyz bauen
  • Nicht auf das Wort und die Zusagen der Politiker vertrauen, die drehen sich wie die Fahne im Wind
  • Lehrpersonen, vor allem Fachlehrpersonen in die Planung ihrer Fachräume einbeziehen und sie auch motivieren, dass sie sich über neueste Entwicklungen und die Zukunft ihres Fachs informieren und dies einfliessen lassen
  • Schülerinnen und Schüler befragen, ihre Ideen ins Konzept einfliessen lassen
  • Eltern in die Planung nicht einbeziehen, da diese sich nur an ihre Schulzeit erinnern und dann das Gebäude vergangenheitsorientiert und nicht zukunftsorientiert ist
  • Eltern bei der Ausstattung und Umsetzung einbeziehen, denn ggf. kann man dann gute Rabatte bekommen und Geld sparen
  • Keine Schweizer Architekten für das Design oder Konzept verwenden, sondern international bei erfahrenen Schularchitekten ausschreiben, diese sind immer auf dem letzten pädagogischen Stand.
  • Sorgt für lichtdurchflutete Räume aber bedenkt die Temperaturen, vor allem in Sommermonaten kann es dann schnell mal über 30 Grad in Zimmern haben, d.h. Beschattung und Klimatisierung sind wichtig (wurde bei uns aus Kostengründen eingespart)

Kontaktdaten

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Telefon:

055 511 38 80

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