Provisiorium als Motor für Bildungswandel

Schulhausentwicklung im Dialog - partizipativ und innovativ

Provisiorium als Motor für Bildungswandel

Oberstufenzentrumm Orpund, BE

Beschrieb

Das 9. Schuljahr im Neubau der Schule Grentschel wird für unsere Schüler:innen zu einem besonderen Abschnitt. Die drei Klassenzimmer bilden ihre «Homebase», ergänzt durch Coachingräume für Austausch, Einzelarbeitsräume für ruhiges Lernen und das Atrium als Begegnungszone. Hier können die Jugendlichen Motivation bewahren, Verantwortung übernehmen, selbstständig arbeiten und Zukunft gestalten - unterstützt durch Selbstorganisiertes Lernen (SOL), Workshops und unser Abschlussprojekt «Design dich» mit Design Thinking.

Zeitraum

Januar 2023 bis Juli 2024

Pädagogische Vision

Mit der Vision «Offenes Kompetenzzentrum für Bildung» entwickelt sich das OSZ gleichzeitig pädagogisch, räumlich und organisatorisch.

Beteiligte

  • Schulleitung: Kai Trachsel, Pascal Dillon
  • Lehrpersonen: Carlo Sieber, Rebecca Perrenoud, Michael Abt (Leiter Spezialkräfte)
  • Lernende
  • Hauswartung: Michel Krebs
  • Behörde: diverse Gemeinderäte der vier Verbandsgemeinden
  • Architekt:innen: solidfluid GmbH, Bartelomeus Gijzen, Britt Hoeres
  • Weitere: Coaching/Moderation: solidfluid GmbH, Bartelomeus Gijzen, Britt Hoeres
  • Weitere: Möbilierungs-, Material- und Farbkonzept: ritzwirth: Florian Hauswirt, Katia Ritz
  • Weitere: Ivo Mauch, Dozent, Berater PH Bern
  • Weitere: Thomas Hofer, Experte Schulentwicklung

Einbezug Politik und Bevölkerung

  • Diverse Workshops mit Politikern aus 4 Verbandsgemeinden, Schulkommission und Schulleitung
  • Frühzeitige Infoanlässe mit anschliessendem Dialog in allen 4 Verbandsgemeinden

Die Schulkommission hat SOLIDFLUID GmbH zur Entwicklung der Gesamtstrategie und Prozessbegleitung engagiert. Konkret wurde die Schule wie folgt involviert:
  • diverse Workshops zur Entwicklung der Vision mit Schulleiterin und Entwicklungsteam Lehrerkollegium
  • SchiLF Tage zur Einbindung des gesamten Kollegiums
  • diverse Workshops zur Entwicklung des Layouts Provisorium
  • SchiLF Tag zur Raumaneignung für Lehrerkollegium
  • Projektwoche zur Raumaneignung durch Lampenbau für Schülerinnen

Politiker: Je 1-2 Politiker aus den vier Verbandsgemeinden wurden von Anfang an in den Prozess eingebunden. Über die Findung der Vision, den Bau des Provisoriums, die Wettbewerbsausschreibung und Jurierung bis hin zum Einsitz in der Baukommission Neubau

Bevölkerung: Information über Webseite, Infoanlässe und Wettbewerbsausstellung

Highlight

Mit wenigen und präzisen Massnahmen wurde viel erreicht. Besonders am Provisorium ist das breite Angebot an Bereichen für Lehrerzusammenarbeit und das Versuchslabor für neue Lernformen SuS. Differenzierte Nutzungsbereiche wie Ruhe-, Team-, Dialog-, Fokus- und Bistrobereiche für Lehrerinnen, sowie Lernbereiche für Schülerinnen zum Stehen, Sitzen und Liegen aktivieren einen Kulturwandel. «Good practice» mit inspirierender Atmosphäre, aus welcher Erkenntnisse direkt in den Planungsprozess der Schulhauserweiterung einfliessen. Das Zirkuszelt gibt der bewegten Schule Raum, wirkt vernetzend mit der Bevölkerung. Das gesamte Provisorium zeigt als Schaufenster für das Vorhaben der Zukunft auf was möglich ist.

Herausforderungen

Es gab einige Stolpersteine, welche nur gemeinsam gemeistert werden konnten:
  • Gesamtprozess in Bewegung zu bringen
  • 4 Verbandsgemeinden im Konsens zusammen zu bringen
  • Einstimmigkeit an den Gemeindeversammlungen der 4 Verbandsgemeinden zu erwirken
  • Vorbehalte der Politik gegenüber der alternativen Provisoriumslösung abzubauen
  • Skepsis beim Kollegium wegen der Arbeitsplätze ausserhalb des Schultraktes aufzulösen
  • Widerstand von Seiten der Turnvereine zu überwinden, da eine von zwei Turnhallen entfällt, welche ausserschulisch genutzt wurde
  • Schulleiterwechsel während der Planung managen
Gemeistert wurde all das durch breit abgestützte partizipative Dialogprozesse, direkte Überzeugungsarbeit und grosses Vertrauen der Auftraggeberschaft in die Projektbegleitung von solidflud GmbH.

Wie der Raum heute genutzt wird.

  • der Raum wird gemäss Vision genutzt
  • Lehrerinnen und Schülerinnen haben sich den Raum intuitiv angeeignet, neue Arbeitsformen entwickeln sich stetig
  • gemeinsam genutzte Teamräume verbinden Schüler- und Lehrerarbeit
  • über die geplante Nutzung hinaus ist eine positive Eigendynamik mit neuen Synergien entstanden

Tipps

  • Es braucht Mut, Neugierde, Toleranz, Ausdauer und vor allem Vertrauen, um neue Wege zu gehen. Frühzeitige Einbindung sämtlicher Interessensvertreter für gemeinsame Konsensfindung.
  • Eine professionelle externe Prozessbegleitung ist unerlässlich.

Kontaktdaten

E-Mail-Adresse:
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Patrick Arpagaus
Telefon:

079 222 42 62
Coaching und Architektur:

solidfluid GmbH, www.solidfluid.ch
Oberer Quai 12, 2502 Biel

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